Ingenieurvermessung im Herzen der weltweiten Roche Pharma-Forschung

Ingenieurvermessung im Herzen der weltweiten Roche Pharma-Forschung

Der Neubau des Roche pRED Innovation Centers Basel neigt sich seinem Abschluss zu und wir blicken mit Stolz auf die erfolgreiche Durchführung unserer Vermessungsarbeiten in diesem eindrucksvollen Projekt zurück.

Der Pharmakonzern F. Hoffmann-La Roche AG startete das 1,2 Milliarden CHF teure Bauvorhaben im September 2017, was die bis heute grösste Bauwerks-Einzelinvestition der Roche darstellt.

Unser Ingenieurvermessungs-Team durfte das von Herzog & de Meuron entworfene Gebäudeensemble mit vier neuen Büro- und Forschungsgebäuden von Anfang an begleiten und führte akribisch präzise Vermessungsarbeiten durch, die von der riesigen Baugrube über die sechsgeschossige Tiefgarage bis hin zum Dach des weltweit höchsten Laborhochhauses reichten.

Monitoring der Baugrube

Unsere Vermessungsarbeiten begannen zunächst mit den geodätischen Überwachungsmessungen der 140 x 70 Meter grossen Baugrube. Als Baugrubenabschluss wurde die bestehende Schlitzwand des rückgebauten Bestandsgebäudes Roche Bau 74 herangezogen, welche mit über 1’700 Ankern im dahinter liegenden Baugrund neu gesichert wurde. Zur vermessungstechnischen Überwachung dieser über 20 Meter tiefen Schlitzwand setzten wir unter anderem drei automatisch messende Tachymeter ein, welche die Bewegung der Schlitzwand im halbstündlichen Rhythmus im Sinne eines Monitorings fortlaufend überprüften. Im Falle einer Grenzwertüberschreitung konnte auf diese Weise die Bauleitung schnellstmöglich alarmiert werden. Gleichzeitig führten wir weitere umfangreiche Setzungsmessungen an den angrenzenden Roche-Gebäuden und an zahlreichen Nachbargebäuden durch, um jegliche Einflüsse der Baugrubentätigkeiten auf diese Strukturen frühzeitig zu erkennen.

Präzision in jeder Dimension

Praezision in jeder Dimension

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit war nach Abschluss der Baugrube die komplette vermessungstechnische Begleitung des Hochbaus. Hierzu erfolgte unter anderem die Erstellung und Pflege eines umfangreichen 3D-Baufixpunktnetzes mit mehr als 1’200 Fixpunkten im Innen- und Ausenbereich, um genaue Referenzpunkte für die verschiedenen Bauarbeiten zu bieten. Hierbei wurden auch Laser-Lotungsmessungen eingesetzt, um die präzise Übertragung der Lagereferenz in alle Geschosse der beiden neuen Laborhochhäuser zu ermöglichen. Diese ragen stolze 72 und 114 Meter in den Himmel. Die Lotungsmessungen waren notwendig, da der Rohbau der Hochhäuser mittels hydraulischer Kletterschalungen erstellt wurde und aufgrund der Windschilde keinerlei Sichtverbindung zu aussen liegenden Fixpunkten gegeben war. Aufbauend auf dem umfangreichen 3D-Fixpunktnetz lieferten wir in jedem Geschoss zahlreiche Achs- und Meterrissangaben, die als Lage- und Höhenreferenz für den Rohbau, sowie für den Fassaden- und Innenausbau aller vier Gebäude dienten.

3D-Kontrollmessungen für die baubegleitende Qualitätssicherung

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Bei einem Projekt dieser Grössenordnung war die Qualitätssicherung von grosser Bedeutung. Deshalb führten wir im gesamten Gebäudekomplex 3D-Laserscanning-Aufnahmen durch, um die geometrische Übereinstimmung zwischen Planung und Ausführung von verschiedensten Bauteilen (wie z.B. Rohbaufluchten, Installationen der technischen Gebäudeausrüstung oder den Innenausbau) schnell und zuverlässig kontrollieren zu können.

Das neue Herzstück der weltweiten Roche-Forschung

Mit mehr als 1’800 Wissenschaftlern aus aller Welt wird der Gebäudekomplex das attraktive Zentrum der weltweiten Forschungsaktivitäten der Roche. Er gesellt sich zu den bereits bestehenden Büro-Türmen Bau 1 (178 Meter) und Bau 2 (205 Meter) und wird das neue Herzstück des Roche-Hauptsitzes in Basel. Das neue Forschungszentrum umfasst vier Hauptbauten, die von Bau 4 bis Bau 7 reichen, und über einen gemeinsamen Kellerkasten sowie einer Avenue im Erdgeschoss miteinander verbunden sind. Die Gebäude sind in der Höhe gestaffelt, wobei Bau 7 mit einer beeindruckenden Höhe von etwa 114 Metern das höchste Gebäude des Ensembles darstellt.

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Wir danken allen Projektbeteiligten für die tolle Zusammenarbeit während der letzten 6 Jahre und der F. Hoffmann-La Roche AG für die Möglichkeit, bei diesem herausfordernden und einmaligen Projekt einen Beitrag leisten zu dürfen.


Weitere Eindrücke vom Roche pRED Projekt